Yard24 – Danzig
Festival, Sommer 2004
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Yard24 ist der europäische Kultursommer auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft im Herzen von Danzig/Gdansk. Yard24 ist ein kultureller Rückblick auf die polnische Streikbewegung im Spätsommer 1980, auf die Gewerkschaft Solidarnosc und auf den 13 Monate währenden „Polnischen Frühling“. Denn an diesem legendären Ort begann die historische Überwindung der kommunistischen Diktatur und bald auch der Teilung Europas. Der Fall der Berliner Mauer in der friedlichen Revolution 1989 symbolisiert diese „Rückkehr Europas“. Yard24 ist das neue Kulturareal, das 24 Jahre nach den umwälzenden Ereignissen aus den Industrieruinen dort entsteht.

Yard24 ist Ort, Rahmen und Gelegenheit, ein weites kulturelles Angebot und das Engagement zahlreicher internationaler Institutionen und Akteure zusammenzuführen. Sie alle und eine breite Öffentlichkeit sind in diesem Sommer eingeladen, das Gelände zu beleben, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas zu ihrem Thema zu machen.

Yard24 ist auch der Blickwinkel von Menschen, die diesen Aufbruch in ein ungeteiltes Europa nur noch aus Büchern und Filmen kennen. Die Auseinandersetzung mit der jüngeren europäische Geschichte erfolgt über zeitgemäße Medien und die Ausdrucksformen des HIP HOP – Graffiti, Breakdance, Rap, DJing. Yard24 erinnert, dokumentiert, vermittelt, inspiriert und macht die von hier ausgehenden Ereignisse für die jüngeren Generationen erfahrbar.

Yard24 – The Gdansk-Shipyard-Project entstand aus der deutsch-polnischen Kooperation der Vereine Artitude e.V., WIR-Polska e.V. und KMA e.V. Die Kompetenz und Erfahrung der Projektträger und ihrer Partner bürgen für die professionelle Umsetzung und eine adäquate künstlerische wie historische Aufbereitung.

Yard24 vereint das Schaffen unterschiedlichster Metiers und fördert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und mit vielfältigen Medien angeht und interpretiert. Mittels Literatur, Musik, Theater, künstlerischer Gestaltung, wissenschaftlicher Analyse und vielfältigen Begegnungen der Nationen und Generationen wollen wir im Jahr der großen Osterweiterung der EU an historischer Stelle daran erinnern, dass die Rückkehr Europas maßgeblich von der legendären Lenin-Werft in Danzig/Gdansk ausging.

Yard24 hat das Ziel, durch die Kombination von Theater, Musik, bildender Kunst, Wissenschaft und Politik eine neue, spezifische Konstellation des Erlebens und der Reflexion zu schaffen und zu nutzen. Nicht allein die überwältigende Ästhetik des Ortes, sondern genauso seine historische und politische Relevanz, seine internationale Bedeutung und das Zusammentreffen unterschiedlichster Metiers und Milieus verleihen dem Vorhaben sein unverwechselbares Gepräge und den Nimbus wirklicher Innovation. Es ist unser Anliegen, nicht einfach Konsumkultur zu zeigen und dafür einen spektakulären Ort zu vereinnahmen, sondern auf europäischer – speziell deutsch-polnischer – Ebene neue Wege zu beschreiten. Dabei wird vor allem auch die oft übergangene Jugend erreicht und aktiv mitwirken. Wenn am Ende des Projekts ein erweiterter europäischer Horizont, der Abbau gedanklicher Schranken und neue Wege der Zusammenarbeit stehen – oder auch nur ein wenig dazu beigetragen wurde - , dann haben wir unser Ziel erreicht. Die Kompetenz und das Vertrauen unserer Partner und ein idealer Veranstaltungsort lassen hoffen, dass dies gelingt. Vielleicht kann, nach 24 Jahren, von Danzig wieder ein Impuls für die Gestaltung Europas ausgehen … Es wird auch beabsichtigt, eine Publikation herauszugeben, die Ergebnisse zusammenfasst und einen Weg zwischen künstlerisch-ästhetischer Gestaltung und Präsentation und wissenschaftlicher Expertise findet.

Partner und Unterstützer

Yard24 wird von zahlreichen deutschen wie polnischen Partnern und Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Presse, Medien, Politik, Kunst und Kultur begleitet und unterstützt. Zu dem großen Kreis von Freunden und Förderern des Vorhabens, gehören u. a.

Einzelpersonen wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, die Präsidentin der Europauniversität Frankfurt (Oder) Prof. Dr. Gesine Schwan und der Danziger Schriftsteller Pawe_ Huelle, Institutionen wie das Deutsche Historische Institut in Warschau, die Politechnika Gda_ska und das Battle of the Year sowie Presse und Medien wie Arte, die Gazeta Pomorska, Radio Gda_sk, rap.de uvm.